2013 – Ute Fuchs (bearb.): Hermann der Lahme – Grosses geschieht in der Stille

Ute Fuchs: Hermann der LahmePressestimmen:

„… Es ist nicht einfach, eine 1000 Jahre alte Biografie, bruchstückhaft überliefert in alten Chroniken, wissenschaftlichen Aufsätzen und einem Roman von Schwester Maria Calasanz Ziesche, dramatisch umzusetzen und auf die Bühne zu bringen. Regisseurin Ute Fuchs ist das nach eineinhalbjähriger Fleißarbeit gelungen, weil sie zum einen sehr geschickt die Figur eines Erzählers geschaffen hat, der wie im Rezitativ eines Oratoriums die Handlung berichtet, kommentiert und vorantreibt. Außerdem konnte mit Arno Friedrich ein Schauspieler für die Rolle des Hermann gewonnen werden, der atmosphärisch dicht und bewegend die wechselnden Seelenzustände des gelähmten Mönches ausdrückt, zwischen tiefer Verzweiflung, unbeirrter Gottesgläubigkeit, bis hin zur Befreiung des Geistes durch die Einheit von Glauben und Wissenschaft. ….. Damit das aber nicht zu schwer und für ein Freilichtspiel zu kopflastig über die Bühne geht, lockern bunte Massenszenen das Geschehen auf. Das ist alles sehr liebevoll gemacht, das Volk, darunter viele Kinder, formiert sich gekonnt zu lebenden Bildern, die in manchen Szenen schon fast an große Oper denken lassen. Diesen Eindruck verstärkt sicher noch die Musik unter der Leitung des Münsterkantors Roland Uhl. Er fügt geschmeidig unterschiedliche Klangkörper zu einem harmonischen Ganzen. Gespielt wird weitgehend die Originalmusik von 1925, deren Noten von H. Bohle im Klosterarchiv ausgegraben wurden.

Schon wieder ein Wunder auf der Reichenau.“
Südkurier Konstanz vom 20. Juli 2013