Ich wär Goethes dickere Hälfte

Einstündiger Monolog der Schauspielerin und Regisseurin Ute Fuchs

Ich wär Goethes dickere Hälfte

Der amüsant und geistreich geschriebene Monolog ist eine der Ungehaltenen Reden ungehaltener Frauen von Christine Brückner, der Autorin von „Nirgendwo ist Poenichen“, „Jauche und Levkojen“ und „Die Quints“.

Christiane Vulpius, die Ehefrau von Johann Wolfgang von Goethe, besucht in des Dichters Abwesenheit dessen „Seelenfreundin“ Frau von Stein. Allerdings wird sie dort nicht vorgelassen. Daher erzählt sie alles, was sich in ihr aufgestaut hat, der Vorzimmertür, hinter der sie Frau von Stein vermutet.

Ute Fuchs erweist sich einmal mehr als Schauspielerin von hohem Format, die vom ersten Augenblick an packt, mitreißt. Ja, so könnte Christiane von Goethe gewesen sein. Verletzlich und doch stolz, die die „Schlampampsstündchen“ mit dem „Ihrigen“ genossen hat. Hervorragend stellt Ute Fuchs mit wenig Aufwand diese verschiedenen Empfindungen differenziert und klug dar. Eine starke Rede, in Szene gesetzt von einer sensiblen Schauspielerin. Köstlich, wie sie das Vorzimmer durch den reichlichen Genuss vom Portwein im Stein’schen Hause leicht angeheitert verlässt.

Hans Draing führt vor dem Monolog amüsant und spielerisch ein in den geschichtlichen Hintergrund.

Ein hoher Kunstgenuss.